Damen verpassen nach Verletzungspech das Podium – Herren sichern sich nach starken Leistungen Platz drei beim Potter Cup

Barcelona war auch in diesem Jahr Ende Oktober wieder Schauplatz zweier traditionsreicher Höhepunkte im internationalen Seniorentennis. Beim two Presidents Cup der Damen 40 und beim Potter Cup der Herren 45 trafen sich einige der weltbesten Spielerinnen und Spieler ihrer Altersklassen. Mit dem renommierten Real Club de Polo und dem Real Club de Tenis boten zwei der traditionsreichsten Tennisclubs der katalanischen Metropole erneut einen würdigen Rahmen für hochklassigen Tennissport.

Damen: Verletzungspech verhindert bessere Platzierung

Das deutsche Damenteam mit Eileen Aranas-Roth, Manon Kruse, Gitte Möller und Susi Fortun startete vielversprechend in den Wettbewerb. Zum Auftakt ließ die Mannschaft Frankreich beim souveränen 3:0-Erfolg keine Chance und unterstrich damit ihre Ambitionen auf eine Spitzenplatzierung.

Im anschließenden Duell mit Großbritannien wurde das Team jedoch von Verletzungssorgen ausgebremst. Eileen Aranas-Roth musste sich im Spitzeneinzel geschlagen geben, während Gitte Möller mit ihrem Einzelsieg zunächst für den Ausgleich sorgte. Die Entscheidung fiel im Doppel, in dem Manon Kruse und Susi Fortun nach hartem Kampf erst im Champions-Tiebreak unterlagen. Mit dem knappen 1:2 war der Traum vom Finaleinzug beendet.

Auch das Spiel um Platz drei stand für die deutschen Damen unter keinem guten Stern. Manon Kruse konnte verletzungsbedingt nicht im Einzel antreten. Eileen Aranas-Roth musste sich in zwei Sätzen geschlagen geben, während Gitte Möller ihre Partie nach dem ersten Satz aufgeben musste. Damit blieb für das erfolgsverwöhnte deutsche Team am Ende lediglich der vierte Platz.

Eine Platzierung, die angesichts der personellen Probleme sicherlich nicht das tatsächliche Leistungsvermögen der Mannschaft widerspiegelt. Mit einem vollständig gesunden Team dürfen sich die deutschen Damen im kommenden Jahr wieder berechtigte Hoffnungen auf eine Spitzenplatzierung machen.

Herren: Starke Teamleistung wird mit Platz drei belohnt

Deutlich erfreulicher verlief der Wettbewerb für die deutschen Herren beim traditionsreichen Potter Cup. Mit einer spielstarken und nahezu vollständig einsatzfähigen Mannschaft präsentierte sich Deutschland von Beginn an als ernst zu nehmender Konkurrent im Kampf um die vorderen Plätze.

Bereits zum Auftakt gelang gegen Belgien ein überzeugender 4:1-Erfolg. Oliver Schwörer, Matthias Hahn sowie die beiden Debütanten Raphael Özelli und Alex Mühler steuerten die vier Einzelsiege bei. Lediglich Markus Naewie musste seine Partie verletzungsbedingt abgeben.

Im Halbfinale wartete mit Italien eine deutlich schwierigere Aufgabe. Die Titelverteidiger waren favorisiert, doch die deutsche Mannschaft hielt die Begegnung lange offen. Besonders bemerkenswert waren die beiden Einzelsiege von Oliver Schwörer und Raphael Özelli an den Spitzenpositionen. Matthias Hahn, Alex Mühler und Philipp Stockhoff mussten dagegen die Überlegenheit ihrer italienischen Gegner anerkennen.

Auch im Doppel entwickelte sich ein intensiver Kampf. Schwörer und Hahn unterlagen dem italienischen Duo Serena/Scala in zwei engen Sätzen. Am Ende setzte sich Italien mit 4:3 durch und zog erneut ins Finale ein.

Dramatisches Duell mit den USA um Platz drei

Im abschließenden Spiel um den dritten Platz traf die deutsche Mannschaft auf die stark besetzten USA. Die Begegnung entwickelte sich zu einem spannenden und hochklassigen Mannschaftswettbewerb.

An der Spitzenposition musste Oliver Schwörer überraschend eine Zweisatzniederlage hinnehmen. Auch Philipp Stockhoff konnte sich trotz großer Gegenwehr nicht durchsetzen und verlor seine Partie erst im Champions-Tiebreak.

Für die entscheidenden deutschen Punkte in den Einzeln sorgten Raphael Özelli, Matthias Hahn und Alex Mühler. Mit drei Siegen verschafften sie der Mannschaft eine ausgezeichnete Ausgangsposition für die abschließenden Doppel.

Dort bewiesen die deutschen Spieler noch einmal ihre Klasse. Raphael Özelli und Matthias Hahn bezwangen das amerikanische Duo Brasington/Batesteza nach einer überzeugenden Vorstellung mit 6:4 und 7:6. Auch das zweite deutsche Doppel lag auf Erfolgskurs, als die Amerikaner zu Beginn des Champions-Tiebreaks aufgaben.

Damit war der verdiente dritte Platz gesichert – ein schöner Erfolg für die deutsche Mannschaft in einem international hervorragend besetzten Teilnehmerfeld.

Spanien setzt sich die Krone auf

Den Titel beim Potter Cup sicherte sich Gastgeber Spanien, der im Finale Italien mit 4:1 bezwang. Das Ergebnis unterstreicht die außergewöhnliche Leistungsdichte an der Spitze des internationalen Herrentennis in der Altersklasse 45.

Neben Spanien und Italien präsentierten sich auch die USA und Frankreich mit jungen, leistungsstarken Spielern, die vielfach noch auf höchstem Niveau im Seniorentennis aktiv sind.

Für Deutschland wird es deshalb auch 2027 darauf ankommen, eine möglichst spielstarke und ausgeglichene Mannschaft zu nominieren, um im Wettbewerb mit den führenden Nationen bestehen zu können.

Bei den Damen steht vor allem die Hoffnung im Vordergrund, im kommenden Jahr wieder mit einem vollständig gesunden Team antreten zu können. Dass die Mannschaft grundsätzlich das Potenzial besitzt, an frühere Erfolge anzuknüpfen, steht außer Frage.

Zwei traditionsreiche Turniere mit besonderem Stellenwert

Unabhängig von den Platzierungen bestätigten beide Wettbewerbe einmal mehr ihren herausragenden Stellenwert im internationalen Seniorentennis. Die sportliche Qualität, die traditionsreichen Austragungsorte und die Begegnungen zwischen den besten Spielerinnen und Spielern ihrer Altersklassen machen die Cups in Barcelona Jahr für Jahr zu einem besonderen Ereignis.

Lutz Steinhöfel
Captain des IC von Deutschland e.V.